Nassim Taleb, Autor des Bestsellers „The Black Swan“, glaubt, dass es noch mehr Leid geben wird, da eine durch künstliche Intelligenz verursachte Panikwelle die Technologiebranche erfasst. Taleb sagte, er glaube, dass diese Störung erhebliche Auswirkungen auf Softwareunternehmen haben und „definitiv“ zu Insolvenzen in diesem Bereich führen werde.

Darüber hinaus prognostiziert Taleb, dass die Gewinne, die die Marktführer in den letzten Jahren erzielt haben, zunichte gemacht werden, wenn die nächsten Gewinner hervortreten.

„Unsere vorherige Rallye wurde von einer sehr kleinen Anzahl von Aktien angetrieben. Jetzt kann es zu einer gewissen Ansteckung und Umverteilung kommen, aber die meisten Gewinne am Aktienmarkt werden zunichte gemacht“, sagte er kürzlich in einem Interview.

Der KI-Panikhandel stand in letzter Zeit im Rampenlicht, da neue KI-Produkte und -Updates dazu führen, dass Software-Aktien unter Druck geraten. Der Ausverkauf der letzten Wochen hat sich auch auf Sektoren wie Spedition, Vermögensverwaltung und Versicherungen ausgeweitet.

Taleb führte seine Ansichten zur Technologiebranche anhand historischer Analogien weiter aus und stellte fest, dass Pionierunternehmen auf lange Sicht nicht unbedingt die erfolgreichsten sind. Als Beispiele nannte er die Automobil- und Luft- und Raumfahrtindustrie sowie frühe PC-Hersteller.

„Ich bin mir sicher, dass es Leute geben wird, die mit KI-bezogener Software und Hardware viel Geld verdienen, aber das werden nicht unbedingt diese Unternehmen sein, denn in diesem Bereich herrscht große Instabilität“, fügte Taleb hinzu.

Die Definition eines Black Swan-Ereignisses ist ein Phänomen, das niemand vorhersehen kann, daher kann Taleb nicht vorhersagen, wie das nächste Black Swan-Ereignis aussehen wird. Das bedeutet jedoch nicht, dass er nicht davon ausgeht, dass der US-Markt im Zuge der anhaltenden disruptiven Entwicklung der KI keinen erheblichen Risiken ausgesetzt sein wird.

Taleb sagte, dass die Marktentwicklung zwar darauf hindeutet, dass ein extremer Absturz unwahrscheinlich sei, dies aber nicht der Fall sei und Anleger sich nicht in falscher Sicherheit wiegen sollten.

„Ich denke, das Tail-Risiko wird branchenübergreifend unterbewertet“, sagte er. „Es besteht also nicht die Gefahr eines Rückgangs des Aktienmarktes, sondern die Gefahr eines starken Rückgangs.“