Am Montag dieser Woche hat AMD offiziell die neuen Desktop-Prozessorserien Ryzen AI 400 und Ryzen AI PRO 400 veröffentlicht, die auf dem „Gorgon Point“-Chip basieren und den Architekturkern „Zen 5“ verwenden. Die neuen Produkte werden hinsichtlich der Produktpositionierung die bisherige Ryzen 8000G-Serie mit dem Codenamen „Phoenix Point“ übernehmen. Die neuesten veröffentlichten Spezifikationen zeigen jedoch, dass die Anzahl der verfügbaren PCIe-Lanes der Ryzen AI 400-Serie erheblich geschrumpft ist und die für die Plattform bereitgestellten Erweiterungsmöglichkeiten im Vergleich zur Vorgängergeneration 8000G verschärft wurden.

Das Spitzenmodell des Ryzen AI 400 integriert dieses Mal immer noch physisch 16 native PCIe 4.0-Lanes, davon sind jedoch 4 fest für die Verbindung zwischen dem AM5-Prozessorsteckplatz und dem Motherboard-Chipsatz vorgesehen, sodass nur 12 für die freie Verteilung auf der gesamten Plattform übrig bleiben. Bei einigen Modellen der unteren Preisklasse können die verfügbaren Kanäle sogar auf 10 sinken, was bedeutet, dass es auf einem typischen AM5-Motherboard schwierig ist, die Anforderungen einer separaten Grafikkarte mit voller x16-Bandbreite zu erfüllen. Sobald der Benutzer ein M.2 PCIe NVMe Solid-State-Laufwerk im System installiert, werden die verfügbaren Kanäle für die Grafikkarte weiter auf 8 komprimiert, was letztendlich zu einer separaten Grafikkarte führt, die in einen physischen x16-Steckplatz eingesteckt wird und nur mit den elektrischen Spezifikationen von PCIe 4.0 x8 arbeiten kann.
Auf der Ebene der Kernkonfiguration hat AMD das volle Potenzial des „Gorgon Point“-Chips in der Desktop-Serie Ryzen AI 400G noch nicht vollständig ausgeschöpft. Nehmen wir als Beispiel den Ryzen AI 7 450G, das Flaggschiff der Serie. Es verwendet ein 8-Kern-Design mit 4 großen „Zen 5“-Kernen und 4 kleinen „Zen 5c“-Kernen. Der gleiche Chip kann in mobiler Form insgesamt 12 Kernkonfigurationen bereitstellen, also 4 „Zen 5“ plus 8 „Zen 5c“-Kerne. Die Gesamtidee ähnelt „Strix Point“, wurde jedoch für mobile Plattformen angepasst und maßgeschneidert. Ebenso besorgniserregend sind die Kompromisse in der integrierten Grafikabteilung: Der Ryzen AI 7 450G ermöglicht nur 8 Grafikeinheiten (CUs), etwa die Hälfte der tatsächlich auf dem Chip verfügbaren CUs, während die meisten anderen Modelle der Serie weiter auf nur 4 CUs reduziert sind.
Einige Analysten glauben, dass diese Wahl zwischen PCIe-Kanälen und iGPU-Ressourcen die Designorientierung von AMD bei der Ryzen AI 400-Serie widerspiegelt: Priorität auf integrierte Grafikleistung und Vereinfachung des Motherboard-Designs, um den Anforderungen kleiner, kompletter Maschinenplattformen gerecht zu werden. Für kleine Systeme, die Wert auf kompakte Gehäusegröße, kontrollierten Stromverbrauch und Kostenbewusstsein legen, bietet diese Produktgeneration eine relativ ausgewogene Kombination zwischen CPU-Leistung und On-Chip-GPU, was den Aufbau einer Heim- oder Büroplattform begünstigt, die dünn und leicht ist, aber über bestimmte Grafikfunktionen verfügt. Wenn der Benutzer andererseits plant, das System mit einer diskreten High-End-Grafikkarte auszustatten und mehrere Hochgeschwindigkeits-Solid-State-Laufwerke gleichzeitig einzusetzen, ist die bestehende Desktop-Produktlinie mit größerer PCIe-Bandbreite immer noch eine sicherere Wahl.
Insgesamt hat AMD die verfügbaren PCIe-Kanäle eingeschränkt und den CPU-Kern und die Grafikeinheit der Desktop-APU der Ryzen AI 400-Serie teilweise abgeschaltet, im Austausch für ein einfacheres Motherboard-Design, niedrigere Systemkosten und eine Produktpositionierung für kleine Maschinen und leichte Gaming-Szenarien. Für Installateure und Entwickler, die ultimative Skalierbarkeit und unabhängige Grafikleistung auf höchstem Niveau anstreben, sind herkömmliche High-End-Desktop-Plattformen, die eine größere PCIe-Bandbreite bieten, immer noch besser geeignet; Für Benutzer, die Wert auf Größe, Stromverbrauch und integrierte Grafikfunktionen legen, bietet diese Generation des Ryzen AI 400 möglicherweise eine kostengünstigere Lösung.