Vor dem Hintergrund der strengen US-Exportkontrollen für High-End-Chips mit künstlicher Intelligenz wurde bekannt, dass der chinesische Technologieriese ByteDance den Blackwell B200-Chip für künstliche Intelligenz der neuesten Generation von Nvidia über einen Cloud-Service-Partner in Malaysia bezogen und damit Washingtons direkte Exportbeschränkungen für chinesische Unternehmen umgangen hat.

In dem Bericht wurden mit der Angelegenheit vertraute Personen zitiert, die sagten, dass ByteDance mit dem malaysischen Cloud-Computing-Unternehmen Aolani kooperiere, um über das Rechenzentrum des Unternehmens mit Blackwell B200 ausgestattete Computerressourcen zu mieten. Aolani wird von Nvidia als „First-Tier-Kunde“ aufgeführt und genießt Vorrang bei den Ressourcen der Lieferkette, was es ihm auch erleichtert, die neueste Charge von High-End-GPU-Chips zu erhalten.

Seit die Biden-Regierung die Exportregeln verschärft hat, wurde Chinas großen Unternehmen für künstliche Intelligenz wiederholt der direkte Kauf von Nvidias High-End-Produkten untersagt, und Chips wie der Hopper H100 und A100, die in der Vergangenheit weit verbreitet waren, wurden einer strengen Kontrolle unterzogen. In diesem Zusammenhang haben relevante Unternehmen damit begonnen, die Rechenleistungsversorgung über verschiedene „indirekte Wege“ aufrechtzuerhalten, darunter die Umgehung ausländischer Cloud-Dienstleister zum Leasing von Hardware und sogar den Schmuggel über graue Kanäle.

Derzeit ist die Anmietung von Rechenleistung im Ausland eine gängige Alternative für chinesische Internet- und Cloud-Computing-Unternehmen geworden, insbesondere in südostasiatischen Ländern wie Singapur, Thailand und den Philippinen, die nicht unter Exportbeschränkungen des US-amerikanischen Bureau of Industry and Security (BIS) fallen. Tencent, ByteDance und anderen Unternehmen wurde vorgeworfen, lokal zu investieren oder intensiv mit Cloud-Service-Partnern zusammenzuarbeiten, um an begrenzte High-End-GPU-Ressourcen von Nvidia zu gelangen.

Als Reaktion auf dieses Phänomen erklärte NVIDIA in seiner Antwort, dass die aktuellen Exportregeln darauf ausgelegt seien, den Aufbau und Betrieb von Cloud-Computing-Infrastrukturen außerhalb „kontrollierter Länder“ zu ermöglichen, und dass der Wettbewerb um das Geschäft dieser ausländischen Cloud-Plattformen eine entscheidende Rolle im globalen Wettbewerb um künstliche Intelligenz spielen und der lokalen Region wirtschaftliche Vorteile in zweistelliger Milliardenhöhe und gut bezahlte Arbeitsplätze bringen werde. NVIDIA betont, dass alle Cloud-Partner von den Betriebs-, Finanz- und Compliance-Teams des Unternehmens vor Ort überprüft werden müssen, bevor sie ihre Produkte direkt oder über OEM-Hersteller beziehen können.

Allerdings verändern regulatorische Hürden auch die Computing-Strategien der Unternehmen. Selbst wenn chinesische Unternehmen in einigen Fällen „grünes Licht“ für Chips der neuen Generation wie H200 erhalten, können der komplexe Genehmigungsprozess und die Unsicherheit immer noch zu Projektverzögerungen führen und die Kostenleistung erheblich verringern. Unter diesem Kompromiss wird das „Mieten“ über ausländische Cloud-Plattformen anstelle des direkten Kaufs von Hardware als stabilere Option mit größerem Betriebsraum angesehen.

Parallel zu diesem Trend ist schnell eine Gruppe von „Zwischenhändlern“ entstanden, die sich auf den Aufbau von Rechenzentrumsinfrastrukturen und die Vermittlung von GPU-Leasing spezialisiert haben und zu einer neuen Verbindung zwischen Chipherstellern und Nachfragern nach Rechenleistung für Endgeräte geworden sind. Obwohl solche Vereinbarungen im Rahmen der aktuellen US-Exportpolitik nicht als „illegal“ eingestuft werden, haben sie auch die Frage aufgeworfen, ob China tatsächlich effektiv vom Zugang zu High-End-Rechenleistung abgeschnitten wurde, da das Cloud-Leasing-Modell immer beliebter wird.

Aus der aktuellen Situation zu urteilen, versuchen die USA durch Exportkontrollen eine „hohe Mauer“ zwischen China und High-End-KI-Chips zu errichten, während chinesische Technologieunternehmen durch ausländische Cloud-Dienste nach Regellücken und „Geheimtüren“ suchen. Während sich das Drei-Parteien-Spiel zwischen Nvidia, südostasiatischen Cloud-Anbietern und chinesischen Internetgiganten verschärft, könnte dieses Modell der Beschaffung modernster Rechenleistung über Drittländer noch einige Zeit in der Zukunft bestehen bleiben und die Entwicklung der globalen KI-Industrie tiefgreifend beeinflussen.