Nach Angaben der Japan Broadcasting Association (NHK) hat die japanische Atomenergieregulierungskommission beschlossen, das Betriebsverbot für das Kernkraftwerk Kashiwazaki Kariwa der Tokyo Electric Power Company aufzuheben. Damit ist der Weg für die japanische Tepco frei, eines der größten Atomkraftwerke der Welt wieder in Betrieb zu nehmen. Das Kernkraftwerk Kashiwazaki-Kariwa liegt etwa 250 Kilometer nördlich von Tokio. Es verfügt über sieben Reaktoren und ist seit 1985 in Betrieb. Nach öffentlichen Angaben beträgt die installierte Gesamtleistung des Kernkraftwerks Kashiwazaki Kariwa 8,2 Millionen Kilowatt und ist damit eines der größten Kernkraftwerke der Welt.

Nach dem Leck im Kernkraftwerk Fukushima im Jahr 2011 wurde das Kernkraftwerk abgeschaltet. Im Jahr 2017 erklärten japanische Aufsichtsbehörden, dass die Reaktoren 6 und 7 des Kraftwerks den Sicherheitsprotokollen nach Fukushima entsprächen, was den Weg für einen Neustart ebnete.

Seit Januar 2021 hat das Kernkraftwerk Kashiwazaki Kariwa jedoch sukzessive Probleme wie die illegale Verwendung von Zugangskarten und das Versagen von Einbrucherkennungsgeräten aufgedeckt, was zeigt, dass das Kernkraftwerk viele Lücken in den Antiterror- und Sicherheitsmaßnahmen aufweist. Im April desselben Jahres erließ die japanische Atomenergieregulierungskommission ein Betriebsverbot für das Kernkraftwerk. Seitdem war das Kernkraftwerk 2 Jahre und 8 Monate außer Betrieb.

Anfang des Monats behauptete die japanische Atomaufsichtsbehörde, dass die Sicherheitsprobleme im Zusammenhang mit der Anlage inzwischen behoben seien. Allerdings muss TEPCO noch andere Hürden überwinden, bevor es den Betrieb wieder aufnehmen kann, beispielsweise die Genehmigung der lokalen Regierungen.

Aufgrund seiner geringen heimischen Ressourcen setzt Japan auf Atomenergie, um seine Energieversorgung zu verbessern und seine Abhängigkeit von importierten fossilen Brennstoffen zu verringern. Stromerzeuger wie TEPCO müssen jedoch strenge, von den Regulierungsbehörden festgelegte Protokolle befolgen, um Reaktoren wieder in Betrieb zu nehmen, die seit der Atomkraftwerkskatastrophe von Fukushima 2011 außer Betrieb waren.

TEPCO-Präsident Tomaki Kobayakawa sagte: „Es ist für TEPCO aufgrund des Atomunfalls in Fukushima nicht einfach, das Vertrauen der Gesellschaft zurückzugewinnen. Wir werden die entsprechende Situation weiter verbessern.“

Shinsuke Yamanaka, Vorsitzender der Japan Atomic Energy Regulatory Commission, antwortete: „Ich hoffe, Tepco wird nicht vergessen, seine Verantwortung für Fukushima an die erste Stelle zu setzen.“

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