Midjourney, eine bekannte Plattform zur KI-Bildgenerierung in den USA, weitet sein Geschäft von der „Generierung von Katzenbildern“ und anderen kreativen Bildern auf den Medizin- und Gesundheitsbereich aus. Das Unternehmen hat sein erstes Hardwareprodukt auf den Markt gebracht – einen auf Ultraschalltechnologie basierenden Ganzkörperscanner – und plant die Eröffnung eines unterstützenden „Spa für körperliche Untersuchungen“ in San Francisco.

David Holz, CEO von Midjourney, stellte kürzlich dieses Gerät namens „Midjourney Scanner“ vor, ein Scansystem, das Ultraschallringsensoren für die Ganzkörperbildgebung nutzt. Es können vertikale Schnittbilder von menschlichen Muskeln, Fett, Knochen und einigen Organen aufgenommen werden. Ziel ist es, in vielen Aspekten eine Bildqualität zu erreichen, die der Kernspinresonanz (MRT) nahe kommt oder sogar vergleichbar ist. Holz sagte, dass Benutzer im Idealfall einmal im Jahr oder so oft wie „einmal am Tag“ scannen könnten, um körperliche Veränderungen zu beobachten, die durch Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten hervorgerufen werden, und sagte, er hoffe, auf diese Weise ein quantitativeres Verständnis des körperlichen Zustands zu erlangen.
Den von Midjourney veröffentlichten Rekrutierungsinformationen zufolge hofft das Unternehmen, „den weltweit ersten Ganzkörper-Ultraschall-CT-Scanner“ zu bauen und auf den Markt zu bringen, mit dem Ziel, Milliarden von Menschen sichere, schnelle und hochpräzise präventive Scandienste durch ein „magisches Spa-Erlebnis“ zu bieten. Das Projekt wurde von Midjourney in Zusammenarbeit mit dem Ultraschalltechnologieunternehmen Butterfly Network entwickelt. Jedes System integriert 40 Butterfly-Ultraschall-on-Chip-Bildgebungsmodule, um eine Scan-Ringstruktur zu bilden.
Im Sinne des konkreten Erlebnisprozesses stehen die Nutzer zunächst in einem flachen Wasserbecken und steigen dann zusammen mit der Plattform langsam durch eine mit Tausenden von Wandlern gefüllte Ringstruktur hinab. Diese Sensoren senden Ultraschallwellen aus allen Richtungen auf den menschlichen Körper, zeichnen die Echosignale auf, nachdem sie den Körper passiert haben, und synthetisieren schließlich aus einer Vielzahl von Winkeln und Daten ein hochpräzises dreidimensionales In-vivo-Bild. Beamte sagen, dass ein Scan etwa 60 Sekunden dauert, und derzeit haben nur etwa ein Dutzend Personen am frühen Scan-Test teilgenommen.

In der offiziellen Einführung verwendet Midjourney die Metapher „wie ein Kreis von Delfinen, die Sie mit Echoortung beobachten“, um diesen Prozess zu beschreiben, und betont, dass der Benutzer in ein „flaches Becken aus goldenem Licht“ eintritt und der Körper dann durch den Unterwassersensorring läuft und aus allen Winkeln „mit Schallwellen gescannt“ wird. Das System verfügt über eine Rechenleistung von etwa 2 PFLOPS (zwei Billiarden Gleitkommaoperationen pro Sekunde), die zur Verarbeitung von Ultraschalldaten und zur Rekonstruktion dreidimensionaler Bilder verwendet wird. Den öffentlichen Demonstrationen zufolge ist die spezifische technische Beziehung zwischen ihm und Midjourneys bestehender KI-Bilderzeugungstechnologie jedoch immer noch nicht klar. Es ist eher so, als würde man nach neuen kommerziellen Absatzmöglichkeiten für ungenutzte Rechenleistung suchen.
Holz stellte außerdem Midjourneys Pläne vor, ein physisches „Midjourney Spa“ am Union Square in San Francisco zu eröffnen, das voraussichtlich bis Ende 2027 eröffnet wird und etwa 10 Scangeräte zum Einsatz bringt. Bei der Auftaktveranstaltung lud er die Teilnehmer zum Handscan-Erlebnis ein. Laut dem veröffentlichten Grundriss wird dieses „Spa“ auch mit Fitnessstudios im Restaurantstil, Saunen, Kaltbädern und anderen Einrichtungen ausgestattet sein. Der Scanraum wird mit einem Whirlpool ausgestattet sein und Benutzer müssen ins Wasser gehen, um den Scan abzuschließen.

Zur Compliance-Ebene erwähnte Holz, dass entsprechende Genehmigungen der US-amerikanischen Food and Drug Administration (FDA) erforderlich sind, wenn diese Scanergebnisse für eine spezifische medizinische Diagnose verwendet werden sollen. Derzeit konzentriert sich das Team von Midjourney Medical hauptsächlich auf „Körperzusammensetzungskarten“, die keine Diagnosefunktionen beinhalten, um regulatorische Schwellenwerte zu senken und es Benutzern zu ermöglichen, ihre Scandaten mit Ärzten, verschiedenen KI-Gesundheitstools oder anderen Dritten zu teilen.
Midjourney Medical betonte, dass es vor der offiziellen Umsetzung eine detailliertere Datenrichtlinie bekannt geben werde, und behauptete, dass es „den Datenschutz sehr ernst nimmt“. Holz geht davon aus, dass solche Geräte in Zukunft eine schnellere und bequemere interne Bildgebung als die MRT ermöglichen können, ohne ionisierende Strahlung, starke Magnetfelder und andere übliche „komplizierende Faktoren“ herkömmlicher Bildgebungsmethoden zu verwenden, sodass Menschen „sehr schnell“ sehen können, was in ihrem Körper passiert.
Auf eine Frage beschrieb Holz sogar ein Regulierungsszenario: Wenn die FDA in Zukunft eine eigene Klasse von Standards für Geräte festlegt, „die dazu dienen, alle möglichen ‚seltsamen Dinge‘ im Körper zu untersuchen“, dann werden die Menschen freier sein, so viele Körperdaten wie möglich zur Prävention und Überwachung zu erhalten. Allerdings ist diese Idee noch weit von der Umsetzung entfernt. Midjourneys Wandel von einem kreativen Werkzeug, das „Katzenbilder generiert“, zu einem Medizintechnikunternehmen, das „Ganzkörper-Ultraschalluntersuchungsdienste“ anbietet, erfordert auch mehr technische Verifizierung, klinische Forschung und regulatorische Klarheit.