Nach einer Reihe von Problemen, die durch kumulative Updates in diesem Monat verursacht wurden, hat Microsoft nun im offiziellen Windows Release Health Dashboard bestätigt, dass ein weiteres ungewöhnliches Verhalten im Papierkorb alle unterstützten Windows-Client- und Serverversionen betrifft.

Laut Microsoft wird Benutzern nach der Installation der Juni-Patch-Tuesday-Updates (z. B. KB5094126 für Windows 11) beim Versuch, eine Datei im Papierkorb dauerhaft zu löschen, im Bestätigungsdialogfeld der „interne Name“ der Datei anstelle des tatsächlichen Dateinamens angezeigt, den der Benutzer im Explorer sieht. Beispielsweise wird eine Datei mit dem Namen „abc.png“ im Löschbestätigungsdialogfeld als „$Rxxxxx.png“ angezeigt, was leicht dazu führen kann, dass Benutzer fälschlicherweise glauben, dass andere Dateien gelöscht werden.

Derzeit beschränkt sich die Auswirkung dieses Problems auf den Anzeigefehler im Löschbestätigungsdialogfeld. In der Listenansicht des Papierkorbs wird weiterhin der korrekte Dateiname angezeigt und die Datei wird nach der Wiederherstellung mit dem korrekten Namen an ihrem ursprünglichen Speicherort angezeigt. Mit anderen Worten: Der Inhalt und der tatsächliche Name der Datei selbst wurden nicht manipuliert oder beschädigt, aber während des Löschbestätigungsprozesses erscheint eine verwirrende interne Namenszeichenfolge.

Nach öffentlich zugänglichen Informationen ist dieser Fehler bei der Anzeige des Papierkorbs äußerst verbreitet und betrifft fast alle Windows-Client- und Serverversionen, die sich noch im Supportzeitraum befinden. Auf der Clientseite umfasst es Windows 11 26H1, 25H2, 24H2, 23H2 sowie Windows 10 22H2, Windows 10 Enterprise LTSC 2021, LTSC 2019 und LTSB 2016. Auf der Serverseite handelt es sich um Windows Server 2025, 2022, 2019, 2016 und frühere Windows-Versionen Server 2012 R2 und 2012.

Microsoft sagte, dass es eine formelle Lösung für dieses Problem entwickelt und plant, es den Benutzern über nachfolgende Windows-Updates zur Verfügung zu stellen. Es hat jedoch noch nicht klargestellt, ob es sich dafür entscheiden wird, es einheitlich am nächsten „Patch-Dienstag“ zu veröffentlichen oder den Patch im Voraus durch „nicht sicherheitsrelevante, nicht geplante“ Out-of-Band-Updates (OOB-Updates) zu veröffentlichen. Für normale Benutzer gibt es kein einfaches lokales Konfigurationselement, das dieses Problem umgehen kann, bevor der Patch veröffentlicht wird. Sie können beim Löschen von Papierkorbdateien nur den tatsächlichen Dateinamen in der Liste besondere Aufmerksamkeit schenken.

Es ist erwähnenswert, dass Microsoft für kommerzielle Kunden wie Unternehmen und Institutionen vorübergehende Problemumgehungen bereitgestellt hat. Sie müssen sich jedoch über den Microsoft Support for Business-Kanal an das Support-Team wenden, um spezifische Betriebsschritte und Konfigurationsanleitungen zu erhalten. Das heißt, wenn große Organisationen befürchten, dass dieses Problem zu Problemen bei internen Prozessen oder Compliance-Audits führen könnte, können sie die offiziell empfohlene Methode anwenden, bevor sie die Lösung offiziell vorantreiben, um das Risiko einer Fehlbedienung zu verringern.

Insgesamt ist die Auswirkung dieses Fehlers bei der Anzeige des Dateinamens im Papierkorb im Vergleich zu schwerwiegenden Problemen wie OneDrive, Dropbox-Zugriffsausnahmen, Sperren der BitLocker-Wiederherstellungstaste und Bluescreens, über die in letzter Zeit häufig berichtet wurde, relativ gering, spiegelt aber auch die aktuelle Situation wider, in der die Qualität der neuesten Patches in Frage gestellt wurde. Bevor Microsoft einen Fix-Patch veröffentlicht, wird empfohlen, dass Benutzer den in der Liste angezeigten tatsächlichen Dateinamen Vorrang einräumen, bevor sie den Vorgang „Endgültig aus dem Papierkorb löschen“ ausführen, und vermeiden, Urteile ausschließlich auf der Grundlage der internen Namen im Dialogfeld zu fällen.