Microsoft hat kürzlich offiziell den erweiterten Support für SQL Server 2016 eingestellt. Dieses Datenbankprodukt ist seit seiner Veröffentlichung seit mehr als zehn Jahren im Einsatz. Allerdings gab Microsoft auch zu, dass es in verschiedenen Unternehmensumgebungen immer noch „in großem Umfang eingesetzt“ wird. Sein Rückzug wird zweifellos viele Organisationen unter Druck setzen, die auf ältere Versionen angewiesen sind. Gemäß der etablierten Lebenszyklusstrategie von Microsoft wurde SQL Server 2016 am 1. Juni 2016 offiziell eingeführt, der Mainstream-Support endete am 13. Juli 2021 und das Ende des erweiterten Support-Lebenszyklus erreichte er am 14. Juli 2026. 

Konventionell gilt: Sobald Software „aus der Liste genommen“ wird, erhält sie keine Funktionsaktualisierungen, Sicherheitsupdates, Produktunterstützung oder Fehlerbehebungen mehr, was bedeutet, dass Instanzen, die weiterhin ausgeführt werden, zunehmenden Risiken in Bezug auf Sicherheitsrisiken und Compliance ausgesetzt sind.

SQL Server 2016 wird von Microsoft als „Meilenstein“-Version angesehen. Es wurden eine Reihe wichtiger Funktionen eingeführt, die auch heute noch weit verbreitet sind, wie z. B. Query Store für Leistungs- und Ausführungsplananalysen, Always Encrypted für Datenverschlüsselung, native JSON-Unterstützung und Stretch Database, mit dem kalte Daten in die Cloud ausgeweitet werden können. Darüber hinaus wurden Sicherheit und Leistung umfassend verbessert. Diese Funktionen haben SQL Server 2016 zum „Standard“ relationalen Datenbankverwaltungssystem (RDBMS) für viele wichtige Geschäftssysteme gemacht und aufgrund seines guten Rufs für Stabilität und Leistung eine beträchtliche installierte Basis bei Unternehmensbenutzern aufgebaut. Aus diesem Grund wurde es am Ende des Supports immer noch als „weitgehend in Unternehmensumgebungen eingesetzt“ beschrieben, was auch erklärt, warum viele Organisationen immer noch zögerlich sind, was den Zeitpunkt und den Weg der Migration angeht.

Es sollte betont werden, dass die Tatsache, dass SQL Server 2016 das Ende seines Lebenszyklus erreicht, nicht bedeutet, dass bestehende Instanzen sofort nicht mehr funktionieren. Mit der Zeit und der Weiterentwicklung der Angriffsmethoden werden jedoch Umgebungen ohne offizielle Sicherheitspatches immer anfälliger für Angriffe. Für Branchen wie das Finanzwesen, das Gesundheitswesen und den öffentlichen Dienst, die in hohem Maße von Datensicherheits- und Compliance-Anforderungen abhängig sind, wird der weitere Betrieb auf einer „ungepatchten“ Kerndatenbankplattform unweigerlich zu einer Hochspannungsleitung für Prüfung und Risikokontrolle. Microsoft weist Kunden daher deutlich darauf hin, schnellstmöglich Migrations- oder Upgradepläne zu erstellen, anstatt den Status Quo als „langfristig akzeptable Lösung“ zu betrachten.

Für Organisationen, die noch SQL Server 2016 verwenden, hat Microsoft mehrere Hauptreaktionspfade vorgeschlagen. Eine besteht darin, direkt auf eine neuere lokale Version zu aktualisieren, beispielsweise auf SQL Server 2022 oder den kommenden SQL Server 2025, wobei letzterer auch entsprechende Funktionen für Szenarien der künstlichen Intelligenz hinzufügt, um die Wettbewerbsfähigkeit bei intelligenten Analysen und modernen Anwendungen zu verbessern. Die zweite Möglichkeit besteht in der Migration in die Cloud, einschließlich der Migration zu Azure SQL Managed Instance oder der Migration vorhandener Workloads zu SQL Server auf virtuellen Azure-Maschinen im „Cloud-as-is“-Verfahren, um über die Cloud-Plattform eine längere Support- sowie Betriebs- und Wartungsflexibilität zu erhalten. Für große Unternehmen, die den Strukturwandel nicht kurzfristig bewältigen können und nur schwer sofort modernisiert werden können, bedeuten diese Lösungen erhebliche Evaluierungs- und Implementierungskosten.

Zusätzlich zu mehreren Migrationspfaden bietet Microsoft auch eine praktische, aber teure Kompromissoption: den Kauf erweiterter Sicherheitsupdates (Extended Security Updates, ESU). Über ESU können Kunden, die SQL Server 2016 verwenden, nach dem Lebensende bis zu drei weitere Jahre lang Sicherheitsupdates auf „kritischer Ebene“ erhalten, was ihnen ein größeres Migrationsfenster verschafft. Allerdings hat Microsoft immer wieder betont, dass ESU nur als vorübergehende Puffermaßnahme betrachtet werden kann, um Zeit für Migration und Upgrades zu gewinnen, und nicht als langfristige Strategie zur Wartung alter Versionen eingesetzt werden sollte.

Während Microsoft Routenvorschläge macht, erinnert Microsoft IT-Administratoren auch daran, vor dem eigentlichen Beginn der Migration eine systematische Bewertung durchzuführen. Die Bewertung umfasst die Identifizierung älterer Workloads, die auf Funktionen älterer Versionen basieren, die Analyse von möglicherweise veralteten oder geänderten Funktionen, die Fehlerbehebung bei Kompatibilitätsproblemen und die Beseitigung potenzieller Auswirkungen auf vor- und nachgelagerte Systeme. In dem offiziellen Artikel der technischen Community von Microsoft wird darauf hingewiesen, dass Unternehmen durch eine umfassende frühzeitige Bewertung einen besser kontrollierbaren Upgrade-Rhythmus entwickeln können, um unerwartete Ausfallzeiten oder Geschäftsunterbrechungen während des Migrationsprozesses zu vermeiden. Da SQL Server 2016 offiziell eingestellt wird, ist die Frage, wie ein Gleichgewicht zwischen Risiko, Kosten und Zeit hergestellt werden kann, für viele CIOs und Datenbankteams in Unternehmen zu einer realistischen Frage geworden.