Der taiwanesische Vertragshersteller Foxconn und der indische Mischkonzern HCL Group haben ein Joint Venture zur Durchführung von Halbleiterverpackungs- und Testgeschäften in Indien angekündigt. Im Rahmen der Zusammenarbeit wird Foxconn 37,2 Millionen US-Dollar für einen 40-prozentigen Anteil investieren und damit Indiens wachsende Bedeutung in der Technologie-Lieferkette unterstreichen.
Foxconn Hon Hai Technology India Mega Development, Foxconns Tochtergesellschaft in der Region, strebt die Einrichtung eines ausgelagerten Halbleitermontage- und Testzentrums (OSAT) an. Zusätzlich zum OSAT-Zentrum darf Foxconn noch einmal rund eine Milliarde US-Dollar in den Bau einer Fabrik in Indien zur Produktion von Apple-Produkten investieren.
Dies ist ein wichtiger Schritt für Foxconn, Produktionszentren außerhalb Chinas zu errichten, ein Trend, den wir in der Vergangenheit beobachtet haben. Der Schritt steht auch im Einklang mit der „Make in India“-Initiative der indischen Regierung und soll Arbeitsplätze schaffen und die Kompetenzentwicklung in der indischen Halbleiterindustrie fördern.
„Die HCL-Gruppe verfügt über eine starke Ingenieurs- und Fertigungstradition und dies ist eine Gelegenheit, dem Produktportfolio der Gruppe einen strategischen Mehrwert zu verleihen“, sagte ein HCL-Sprecher in einer Erklärung gegenüber Moneycontrol.
Bereits im November kündigte Foxconn an, 1,5 Milliarden US-Dollar in Indien zu investieren. Das Unternehmen arbeitet außerdem mit dem lokalen Fertigungskonzern Vedanta zusammen, um im indischen Bundesstaat Gujarat eine Halbleiterfertigungsanlage im Wert von 20 Milliarden US-Dollar zu bauen. Doch im Juli dieses Jahres zog sich Foxconn aus dieser Zusammenarbeit zurück, mit der Begründung, den am besten geeigneten Partner zu finden. Die Zusammenarbeit mit HCL markiert den strategischen Wandel von Foxconn auf den indischen Markt. Die HCL Group, bekannt für ihre Ingenieurs- und Fertigungskapazitäten, hat aktiv mit der Regierung von Karnataka zusammengearbeitet, um das OSAT-Werk zu errichten.
Immer mehr Länder drängen auf eine lokale Halbleiterfertigung, um die Abhängigkeit von der chinesischen Fertigung zu verringern, insbesondere im Zuge der COVID-19-Pandemie. Die Halbleiternachfrage wird im Jahr 2023 leicht schwächer ausfallen, was auch zu geringeren Unternehmensgewinnen als erwartet führen wird. Da es jedoch einige Zeit dauern wird, bis Produktionsanlagen und Produktionseinheiten voll funktionsfähig sind, möchten Regierungen und Unternehmen weiterhin die lokale Versorgung erhöhen, um zu verhindern, dass es in Zukunft erneut zu Spannungen in der Lieferkette kommt.