Angesichts der unsicheren Nachfrage nach Elektrofahrzeugen hat Tesla den Preis für das Model Y in ganz Europa deutlich gesenkt. Vor einer Woche führte der Autokonzern auch in China Preissenkungen durch. Daten von der offiziellen Website von Tesla zeigen, dass das Unternehmen die Preise in Märkten wie Deutschland und Frankreich gesenkt hat. In Deutschland hat Tesla die Preise für die Langstreckenversion Model Y und die Hochleistungsversion Model Y um 5.000 Euro auf 49.990 Euro bzw. 55.990 Euro gesenkt und ist damit 9 % bzw. 8,1 % günstiger als die bisherigen Preise. Auch der Preis des Modells Y mit Hinterradantrieb wurde um 4,2 % gesenkt.

In Frankreich senkte Tesla den Preis für das Model Y um 6,7 %; in Dänemark sank der Preis sogar um 10,8 %. In den Niederlanden senkte Tesla den Preis für das Model Y um 7,7 %; in Norwegen senkte es den Preis um 5,6 % auf 7,1 %.

Die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen geht zurück

Während Tesla keinen Grund für die Preissenkungen nannte, hat sich die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen insgesamt verlangsamt, da sinkende staatliche Subventionen und hohe Kreditkosten Käufer dazu veranlassen, große Anschaffungen zu überdenken.

Nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) werden im Jahr 2023 in Deutschland insgesamt 524.219 neue Elektrofahrzeuge auf den Straßen unterwegs sein, ein Plus von 11,4 % gegenüber 2022, das Absatzwachstum hat sich verlangsamt. Die Neuzulassungen von Tesla in Deutschland gingen um 9 % auf 63.685 Fahrzeuge zurück, der Marktanteil sank auf 12,1 %

Dies führte dazu, dass Tesla seine Krone als Deutschlands größter Elektroautoverkäufer verlor und durch Volkswagen ersetzt wurde, das 13,5 % des Marktanteils hielt.

Der Wettbewerb auf dem Markt für Elektrofahrzeuge hat sich im vergangenen Jahr verschärft, und Tesla sah sich mit zahlreichen anderen Autoherstellern konfrontiert. Im Jahr 2023 wird der chinesische Autohersteller BYD Tesla als weltweit größten Hersteller von Elektrofahrzeugen überholen.

Die Tesla-Aktie hat einen schlechten Start ins Jahr 2024 hingelegt

Diese Preissenkungen sowie die Senkung ihrer Kursziele durch die UBS Group AG und die Wells Fargo Bank führten dazu, dass die Tesla-Aktien am Mittwoch um etwa 2 % fielen. Dies verschlimmert den schlechten Start der Aktie ins Jahr 2024. Die Tesla-Aktie ist seit Jahresbeginn um mehr als 13 % gefallen.


Am Mittwoch senkten Wells Fargo und UBS ihre Kursziele für Tesla-Aktien um mehr als 8 % bzw. fast 11 %.

Tesla kündigte am Donnerstag an, dass es die Autoproduktion in seinem Werk nahe Berlin vom 29. Januar bis 11. Februar größtenteils einstellen werde, und verwies auf Teileknappheit, die durch Änderungen der Schifffahrtsrouten aufgrund von Angriffen auf Schiffe im Roten Meer verursacht werde.

Das deutsche Förderprogramm für Elektrofahrzeuge sollte ursprünglich bis Ende 2024 laufen, endete jedoch Anfang letzten Monats, was für Tesla ein schwerer Schlag war.