Niemand mag Injektionen, aber leider können einige Medikamente nur durch Injektion eingenommen werden. Das könnte sich jedoch ändern, dank der Erfindung eines Saugnapfes, der in Ihren Mund passt. Das Problem bei rein injizierbaren Arzneimitteln besteht darin, dass sie aus relativ großen Molekülen bestehen. Wenn das Medikament oral eingenommen wird, werden diese Moleküle vom Verdauungssystem abgebaut und sind zu groß, um durch die Darmwand zu gelangen und in den Blutkreislauf zu gelangen.
Ebenso können sie nicht in die Schleimhaut eindringen, die die Wangenschleimhaut (sogenannte Wangenschleimhaut) und den Zungengrund bildet. Hier kommt der vom Oktopus inspirierte Saugnapf ins Spiel.
Dieser Saugnapf wurde von Wissenschaftlern der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETHZürich) entwickelt. Es ist 10 mm breit und 6 mm dick. Nachdem Sie die entsprechenden Medikamente geladen haben, müssen Sie sie nur noch mit zwei Fingern festdrücken, um die Medikamente an der Mundschleimhaut zu adsorbieren. Das im Saugnapf erzeugte Vakuum dehnt die darunter liegende Schleimhaut und macht sie transparenter.
Um diese Durchlässigkeit weiter zu erhöhen, wird dem Medikament eine natürlich vorkommende Chemikalie zugesetzt, die das Zellnetzwerk der Schleimhaut vorübergehend lockert. Daher kann das Medikament innerhalb weniger Minuten über die Mundschleimhaut in den Blutkreislauf gelangen.
In Tests an Hunden (die keinen Schaden erlitten) gelang es den Saugnäpfen, das Medikament erfolgreich in den Blutkreislauf abzugeben. Die leeren Saugnäpfe wurden auch an 40 Probanden getestet, von denen die meisten angaben, dass sie diese Verabreichungsmethode gegenüber Injektionen vorzogen. Der Saugnapf haftete eine halbe Stunde lang an der Mundschleimhaut des Probanden, ohne dass es zu Beschwerden kam.
Nevena Paunović von der ETH leitete die Forschung gemeinsam mit David Klein Cerrejon. Der nächste Schritt besteht darin, die Saugnäpfe so zu fertigen, dass sie den aktuellen Arzneimittelvorschriften entsprechen.
Der Sauger wird derzeit über das Spin-off-Unternehmen TransireBio kommerzialisiert. Ein Artikel über die Forschung wurde kürzlich in der Zeitschrift Science Translational Medicine veröffentlicht.