Nachrichten vom 15. September zufolge gab EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen vor zwei Tagen in der jährlichen Rede des Europäischen Parlaments zur Lage der Union bekannt, dass die Europäische Kommission offiziell eine Ausgleichsuntersuchung zu aus China importierten Elektrofahrzeugen eingeleitet habe. Gemäß den EU-Ausgleichsverordnungen wird innerhalb von 9 Monaten nach offizieller Einleitung der Untersuchung eine Vorabentscheidung getroffen und innerhalb von höchstens 13 Monaten eine endgültige Entscheidung getroffen. Gegenstand der Untersuchung sind derzeit importierte Waren, eine Rückverfolgbarkeit importierter Waren vor Beginn der Untersuchung wird nicht möglich sein.
Hier sind drei wichtige Fragen zu diesem Schritt:
1. Wie stark sind Chinas Exporte von Elektrofahrzeugen nach Europa gestiegen?
Europa ist zum wichtigsten Exportmarkt für chinesische Automobilmarken geworden. Zolldaten zeigen, dass Chinas Lieferungen neuer Energiefahrzeuge in die EU in den ersten sieben Monaten des Jahres 2023 im Jahresvergleich um 112 % und im Vergleich zu 2021 um 361 % gestiegen sind.
Die Europäische Kommission sagte, dass Chinas Anteil an den in Europa verkauften Elektrofahrzeugen auf 8 % gestiegen sei und bis 2025 15 % erreichen könnte.
2. Warum sind in China hergestellte Elektroautos günstiger?
Dies ist vor allem auf die 10-jährige Industrieförderungspolitik der Regierung mit Anreizen und Subventionen zurückzuführen, die ihn zum weltweit größten Markt für Elektrofahrzeuge gemacht hat und über eine globale Lieferkette für Elektrofahrzeuge einschließlich der Rohstoffe verfügt.
Nach Angaben der Europäischen Kommission sind in China hergestellte Elektroautos in der Regel ein Fünftel günstiger als in der EU hergestellte Modelle.
Die Politik hat auch Branchenschwergewichte wie Contemporary Amperex Technology (CATL), den weltweit größten Hersteller von Elektrofahrzeugbatterien, und BYD hervorgebracht, das in diesem Jahr Volkswagen als meistverkaufte Automarke Chinas überholt hat.
Chinas Kosten- und Lieferkettenvorteile locken ausländische Unternehmen dazu, in China zu produzieren. Der bekannteste davon ist Tesla, dessen riesige Fabrik in Shanghai im Jahr 2022 mehr als 700.000 Fahrzeuge produzierte, was die Hälfte der Gesamtproduktion des amerikanischen Autoherstellers ausmachte. Auch Renault und BMW stellen in China Autos für den Export her.
3. Wer ist das Ziel der EU-Ermittlung?
Die Ausgleichsuntersuchung der EU betrifft batteriebetriebene Autos aus China und damit nicht-chinesische Hersteller auf dem chinesischen Markt.
Das Center for Strategic and International Studies, eine amerikanische Denkfabrik, sagte, der größte Einzelexporteur sei Tesla. Von Januar bis April dieses Jahres entfielen 40 % der chinesischen Elektrofahrzeugexporte auf Tesla.
Zu den beliebten chinesischen Marken, die nach Europa exportiert werden, gehören Volvo von Geely und MG von Automobile.
Andere, darunter die Marktführer BYD, NIO und Xpeng Motors, haben ebenfalls mit der Expansion in europäische Länder begonnen, darunter die Niederlande und Dänemark. (wenig)