Während die Arbeiter der US-Automobilindustrie einen Generalstreik beginnen, wiesen zwei bekannte Technologieanalysten darauf hin, dass Tesla einer der größten Nutznießer des Streiks sein wird. Gene Munster von Deepwater Asset Management sagte, zu den Forderungen der Gewerkschaft gehören die Abschaffung von Gehaltsstufen, eine Lohnerhöhung um 35 %, die Wiedereinführung von Erhöhungen der Lebenshaltungskosten, höhere Leistungen wie Gesundheitsversorgung, traditionelle Renten, eine Vier-Tage-Woche und eine 32-Stunden-Woche sowie ein besserer Schutz für Arbeitnehmer, die ihren Arbeitsplatz aufgrund der Einstellung gasbetriebener Züge verlieren.
Schon vor den bevorstehenden Erhöhungen zahlten die Großen Drei ihren Arbeitern 39 % mehr als vergleichbare Arbeiter bei Tesla, und jetzt dürfte sich diese Kluft noch vergrößern, sagte der Fondsmanager.
Wenn es der UAW gelingt, die Löhne um 25 % zu erhöhen, könnte dies unter Berücksichtigung der Gewinnbeteiligung zu einer Nettoerhöhung der Gesamtvergütung von 20 % führen, sagte Munster. Die Arbeitskosten bei den drei großen Autoherstellern GM, Ford und Stratis werden auf etwa 80 US-Dollar pro Stunde steigen, 67 % höher als bei Tesla.
Munster rechnete mit einer Gehaltserhöhung von 15 % für Tesla-Mitarbeiter, obwohl Tesla nicht an den UAS-Verhandlungen beteiligt war. Er sagte, dass die Produktionslohnkosten der drei Giganten zusammengenommen 40–45 % höher sein werden als die von Tesla.
Unter Berufung auf Daten der Anderson Economic Group sagte Munster, ein zehntägiger UAW-Streik würde zur Schließung der drei großen Autohersteller führen und möglicherweise Verluste von mehr als 5 Milliarden US-Dollar für Autohersteller, Zulieferer und Arbeiter verursachen.
„Während die Großen Drei gezwungen sein werden, mehr Arbeitskräfte zu bezahlen, können sie sich das nicht leisten“, sagte der Tech-Analyst.
„Dies wird Tesla mehr Spielraum geben, die Preise niedrig zu halten, was in den nächsten mehr als zwei Jahren zu negativen Margen bei Elektrofahrzeugen für die Großen Drei führen wird“, sagte er und fügte hinzu, dass mit der Umstellung auf Elektrofahrzeuge die Verluste bei Elektrofahrzeugen zunehmen werden, was Tesla zugute kommen wird.
Daniel Ives, Technologieanalyst bei Wedbush Securities, sagte auch, dass ein mehr als vierwöchiger Streik den Elektroauto-Ambitionen von GM und Ford im ersten Halbjahr 2024 einen schweren Schlag versetzen würde. „In diesem ‚Game of Thrones‘-Kampf zwischen der UAW und GM/Ford ist Tesla aufgrund seines gewerkschaftsfreien Status der klare Sieger“, sagte er.
Der Analyst sagte, Teslas größter potenzieller EV-Konkurrent sei in den nächsten Jahren mit steigenden Kosten/Komplexität konfrontiert, je nachdem, wie sich die Lage entwickelt.
Der Analyst sieht darin einen potenziellen Albtraum für GM und Ford, da sie sich im nächsten Jahrzehnt im Anfangsstadium einer massiven Umstellung auf Elektrofahrzeuge befinden, die über den zukünftigen Erfolg entscheiden wird.