Wenn ein Mensch oder ein Tier infiziert wird, kämpft das Immunsystem des Körpers nicht nur gegen die Infektion, sondern baut auch ein Gedächtnis für den krankheitsverursachenden Erreger auf. Der Zweck ist einfach: Wenn der Erreger erneut versucht, den Körper zu infizieren, werden die T-Gedächtniszellen darauf vorbereitet, ihn zu erkennen und zu zerstören. Diese T-Zellen spielen eine Schlüsselrolle im Immungedächtnis und sind ein wesentlicher Bestandteil wirksamer Impfstoffe.
Forscher der University of Missouri haben einen Weg zur Verbesserung des Immungedächtnisses entdeckt, der zu wirksameren Impfstoffen und Behandlungen gegen Grippe und andere Krankheiten führen könnte. Bildnachweis: Ben Stewart, University of Missouri
Forscher der University of Missouri haben erhebliche Fortschritte bei der Stärkung dieser T-Zell-Armee gemacht. In einer kürzlich im Roy Blunt Next Gen Precision Health Building durchgeführten Studie fanden sie heraus, dass die Stärke und Dauer des Immungedächtnisses durch die Manipulation eines spezifischen molekularen Signalwegs in T-Zellen gesteigert werden kann. Diese T-Zellen sind an der Beseitigung von Influenzaviren aus der Lunge beteiligt.
T-Zellen erkennen Teile von Viren, die nicht mutieren. Wenn Forscher also besser verstehen, wie sie T-Zellen stärken und ihre ordnungsgemäße Funktion verlängern können, könnte das körpereigene Immunsystem letztendlich besser in der Lage sein, Infektionen abzuwehren und deren Schwere zu verringern. Bildnachweis: Mark-Daniels/MU
Diese bahnbrechende Entdeckung hat das Potenzial, die zukünftige Entwicklung wirksamerer Impfstoffe und Therapien zur Bekämpfung von Grippe und anderen Atemwegsinfektionen zu unterstützen, mit dem ultimativen Ziel, das Immungedächtnis des Körpers zu stärken, um Infektionen und erneute Infektionen zu verhindern und deren Schwere zu verringern.
Die von den National Institutes of Health finanzierte Studie wurde von Emma Teixeiro und Mark A. Daniels, außerordentlichen Professoren an der MIT Medical School, geleitet. Diese Studie nutzte ein einzigartiges Mausmodell, um Influenza-Infektionen zu untersuchen.
„Immunologen wie ich haben uns immer gefragt, warum T-Zellen in der Lunge nach einer Grippeinfektion so schnell verschwinden“, sagte Teixeiro. „Diese Studie kann uns helfen, dieses Problem zu lösen und die Anzahl der T-Zellen zu erhöhen, die Infektionen bekämpfen können. In dieser Studie haben wir einen neuen Weg entdeckt, die Bildung und langfristige Aufrechterhaltung einer schützenden Immunität gegen Influenza zu verbessern, indem wir ein molekulares Ziel namens IKK2/NFkB-Signalweg manipulieren.“
Emma Teixeiro, außerordentliche Professorin an der MU School of Medicine, leitete die Studie, die von den National Institutes of Health (NIH) finanziert wurde. Bildnachweis: Mark-Daniels/MU
Teixeiro fügte hinzu, dass T-Zellen Teile des Virus erkennen können, die nicht mutiert sind. Wenn Forscher also besser verstehen, wie sie T-Zellen stärken und ihre ordnungsgemäße Funktion verlängern können, wird das körpereigene Immunsystem letztendlich besser in der Lage sein, Infektionen zu bekämpfen und deren Schwere zu verringern.
Während Influenzaviren im Mittelpunkt dieser Studie standen, könnte das Verständnis der zugrunde liegenden molekularen Mechanismen und Signalwege, die das Gewebegedächtnis regulieren, dazu beitragen, die Behandlung von Patienten mit Krebs, Autoimmunität oder anderen Atemwegsinfektionen zu verbessern.
„Indem wir die biochemischen und molekularen Geheimnisse dieser T-Zellen aufdecken, können wir anderen Wissenschaftlern, die an der Optimierung von Impfstoffstrategien arbeiten, wertvolle Informationen liefern“, sagte Teixeiro. „Die gute Nachricht ist, dass es bereits klinische Behandlungen gibt, die auf diesen von uns entdeckten spezifischen Signalweg abzielen. Daher ist diese Studie ein großer Schritt in die richtige Richtung, aber wir haben noch einen langen Weg vor uns.“
„IKK2/NFkB-Signalisierung steuert das Gedächtnis von CD8+-T-Zellen in der Lunge während einer Influenza-Infektion“ wurde kürzlich in Nature Communications veröffentlicht. Zu den Co-Autoren der Studie gehören Curtis J. Pritzl, Dezzarae Luera, Karin M. Knudson, Michael J. Quaney, Michael J. Calcutt und Mark A. Daniels.