Wenn eine neue Technologie eingeführt wird, ist der Preis des Produkts normalerweise viel höher als der des Produkts der vorherigen Generation. Für DRAM gilt jedoch das Gegenteil. Erstmals seit der Einführung von DDR5 zahlen Käufer für DDR4-Speichermodule mehr als für den neuen Standard. Die Hauptgründe dafür sind die Tarifunsicherheit und die rasche Erschöpfung der DDR4-Bestände.
Daten von TrendForce zeigen, dass die Preise für einige stark nachgefragte DDR4-Kits in nur einer Woche um bis zu 40 % gestiegen sind, während DRAMeXchange berichtet, dass der durchschnittliche Spotpreis für 16 Gb (1Gx16) 3200 MT/s DDR4-Module von Samsung und SK Hynix auf 12,50 US-Dollar gestiegen ist, wobei das höchste Angebot 24 US-Dollar erreichte.

Im Vergleich dazu liegt der Durchschnittspreis für ein Dual-8-Gbit-DDR5-Kit mit 4.800 MT/s bis 5.600 MT/s bei rund 6 US-Dollar und übersteigt selten 9 US-Dollar. Zuvor hatte Micron angekündigt, die DDR4-Produktion bis Ende des Jahres einzustellen, was den Speicherverbrauch in den nächsten sechs bis neun Monaten beschleunigen wird.
Anfang des Frühlings kündigte Samsung außerdem Pläne an, seine DDR4-Produktionslinie einzustellen und sich auf DDR5 und Speicher mit hoher Bandbreite zu konzentrieren. Obwohl Chinas Changxin-Speicher kürzlich einen Höhepunkt in der DDR4-Produktion erreicht hat, wurde dennoch bestätigt, dass die Produktion reduziert werden wird. Taiwans Nanya Technology ist einer der größten Nutznießer dieses volatilen Marktes. Im ersten Quartal verfügte das Unternehmen über DDR4-Bestände im Wert von rund 37,6 Milliarden NT$ (1,2 Milliarden US-Dollar). Nanya Technology hat sogar öffentliche Notierungen ausgesetzt, um hohe Lagerbestände zu kontrollieren.
Viele in der Technologiebranche befürchten, dass erneute Handelsspannungen zwischen China und den Vereinigten Staaten eine neue Runde von Panikkäufen auslösen könnten. Wenn Zölle auf Chinas verbleibendes DDR4-Angebot erhoben werden, könnten die Modulkosten auf mehr als das Dreifache des DDR5-Preises steigen und diese seltene Preisumkehr im nächsten Quartal fortsetzen.
