Ein tödlicher Schlangenbiss könnte seinen Erzfeind haben. Dänische Wissenschaftler haben in Tierversuchen ein neues rekombinantes Gegengift getestet und herausgefunden, dass es gegen eine Vielzahl tödlicher Schlangengifte, darunter Mambas, Kobras und Speichelschlangen, wirksam ist, was Hoffnung auf die Entwicklung besserer Behandlungen gibt, die „einen gegen viele bekämpfen“ können. Relevante Forschungsergebnisse wurden in der neuesten Ausgabe des Magazins „Nature“ veröffentlicht.

Giftschlangenbisse stellen in Afrika südlich der Sahara ein großes Gesundheitsproblem dar und verursachen jedes Jahr Tausende von Todesfällen und schweren Verletzungen. Aktuelle Gegengifte, die aus tierischem Plasma hergestellt werden, sind teuer, instabil und verursachen manchmal Nebenwirkungen. Diese Seren zielen auch nicht auf alle medizinisch relevanten Schlangenarten ab und verhindern auch keine schweren Gewebeschäden.

Dieses Mal schuf ein Forschungsteam der Technischen Universität Dänemark ein neues Gegengift, indem es künstlich hergestellte Proteine, sogenannte Nanobodies, kombinierte. Diese Nanokörper zielen auf wichtige Giftstoffe ab, die im Schlangengift enthalten sind. Das Team identifizierte die Nanokörper, nachdem es ein Alpaka und ein Lama mit dem Gift von 18 afrikanischen Schlangenarten, darunter Kobras, Mambas und Speichelschlangen, immunisiert hatte. In Experimenten an Mäusen verhinderte das Gegengift den Tod durch Bisse von 17 Schlangenarten und milderte Gewebeschäden, die durch einige der schädlichsten Gifte verursacht wurden. Verglichen mit dem bestehenden kommerziellen Gegengift Inoserp PAN-AFRICA war dieses Serum wirksamer bei der Verhinderung von Tod und Hautnekrose bei allen getesteten Schlangenarten, schützte jedoch nur teilweise gegen das Gift der Grünen und Schwarzen Mamba.

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass nur eine kleine Menge des neuen Serums erforderlich ist, um einen universellen Schutz vor Schlangenbissen zu erreichen, was frühere Vorstellungen, dass ein großer Cocktail an Antikörpern erforderlich sei, in Frage stellt. Weitere Studien müssen sich auf die Persistenz dieses Gegengifts konzentrieren und seine klinische Sicherheit testen.