Als Reaktion auf die neue Runde strenger Regulierungsmaßnahmen der EU gegen große Technologieunternehmen stellten die Regulierungsbehörden der Europäischen Union Google ein Ultimatum und forderten das Unternehmen auf, technische Hindernisse zu beseitigen, die konkurrierende KI-Suchassistenten daran hindern, sich innerhalb von sechs Monaten mit dem Android-System zu verbinden, und wichtige Suchdaten an andere Suchmaschinen weiterzugeben.

Die EU-Regulierungsbehörden sagten, sie würden prüfen, ob Google die einschlägigen strengen Vorschriften des Digital Markets Act (DMA), dem wichtigsten digitalen Regulierungsrahmen der Gruppe, einhält, einschließlich der Frage, ob es Android tatsächlich die Zusammenarbeit mit KI-Software von Drittanbietern ermöglicht und ob es wertvolle Online-Suchdaten zu konkurrierenden Suchdiensten zu „fairen Bedingungen“ bereitstellt.

Obwohl dieser Schritt noch nicht zu einer formellen Kartelluntersuchung ausgeweitet wurde, beabsichtigt Brüssel eindeutig, Druck auf Google auszuüben, seine Dienste auf technischer und Produktarchitekturebene umzustrukturieren, damit Wettbewerber unter angemessenen Bedingungen auf das Android-Betriebssystem zugreifen und die große Menge an Suchdaten erhalten können, die Google besitzt. Die Aufsichtsbehörden haben hierfür eine sechsmonatige Einhaltungsfrist festgelegt und warnten, dass Google bei Nichteinhaltung künftigen Strafen ausgesetzt sein könnte.

EU-Wettbewerbschefin Teresa Rivera sagte in einer Erklärung, dass der Zweck dieses Verfahrens darin besteht, Google durch detailliertere Erläuterungen dabei zu helfen, seine Verpflichtungen aus dem Digital Markets Act in Bezug auf Interoperabilität und Online-Suchdatenaustausch zu verstehen und zu erfüllen.

Google äußerte sich besorgt über die weitere Verschärfung der Regeln. Claire Kelly, die leitende Wettbewerbsberaterin des Unternehmens, wies darauf hin, dass diese zusätzlichen Vorschriften „häufig eher auf Beschwerden von Wettbewerbern als auf Verbraucherinteressen zurückzuführen sind“ und den Schutz der Privatsphäre der Benutzer, die Systemsicherheit und die Produktinnovationsfähigkeiten schwächen könnten.

Zusätzlich zu diesem jüngsten Upgrade sieht sich die Google-Muttergesellschaft Alphabet derzeit mit weiteren potenziellen Bußgeldrisiken im Rahmen des DMA-Rahmens konfrontiert, darunter Vorwürfe, dass sie ihre eigenen Dienste in ihrem riesigen Suchgeschäftssystem zu Unrecht begünstigt und Anwendungsentwickler daran hindert, Benutzer zu Vorzugsprogrammen außerhalb des Google Play Store weiterzuleiten. Das Unternehmen steht außerdem vor einer weiteren Untersuchung der Europäischen Union wegen angeblich ungerechtfertigter Herabstufung einiger Inhalte in Nachrichtensuchergebnissen.

Die anhaltende Welle der Zensur hat dazu geführt, dass die akkumulierten Bußgelder von Google in der EU von derzeit 9,5 Milliarden Euro wahrscheinlich noch weiter ansteigen werden. Es wird auch allgemein als einer der Faktoren angesehen, die die Spannungen zwischen Google und der Trump-Regierung in den Vereinigten Staaten verschärfen.

Laut dem am Dienstag eingeleiteten Verfahren könnte die EU, wenn Google sein Verhalten immer noch nicht anpasst, beschließen, in Zukunft offiziell eine Untersuchung einzuleiten, was den Weg für hohe Geldstrafen von bis zu 10 % des weltweiten Jahresumsatzes ebnet. Obwohl die Regulierungsbehörden in Brüssel in der Praxis selten Höchststrafen anwenden, signalisierten sie dieses Mal ihre Bereitschaft, „Gatekeeper“-Plattformen im KI-Zeitalter strengere Beschränkungen aufzuerlegen.