Demis Hassabis, Mitbegründer von Google DeepMind, traf sich am Mittwoch wieder mit dem legendären koreanischen Go-Spieler Lee Sedol. Vor zehn Jahren lieferte sich Lee Sedol einen weltberühmten „Mensch-Maschine-Krieg“ mit Googles Programm für künstliche Intelligenz AlphaGo.


„Es ist großartig, wieder hier zu sein, dort, wo alles begann“, sagte Hassabis bei einer Google-Veranstaltung in der Innenstadt von Seoul und bemerkte, dass das historische Fünf-Spiele-Spiel „den Beginn des erstaunlichen Fortschritts in der künstlichen Intelligenz im letzten Jahrzehnt markierte“.

Auf die Frage nach dem Match zwischen Lee Sedol und AlphaGo im Jahr 2016 wies der Google-Manager darauf hin, dass der 37. Zug von AlphaGo „der unglaublichste Moment“ sei und die Kreativität der künstlichen Intelligenz demonstriere.

Im zweiten Spiel des Wettbewerbs 2016 führte AlphaGo im 37. Zug einen unkonventionellen „Fünf-Wege-Schulterstoß“ durch. Dieser Schachzug wurde allgemein als der Schlüssel zum Sieg angesehen und trug letztendlich dazu bei, Lee Sedol zu besiegen.

Hassabis sagte, dass diese Art von Kreativität der künstlichen Intelligenz dazu führen kann, dass die Menschheit eine neue „Renaissance“ auf dem Gebiet der Wissenschaft einläutet, ebenso wie sie ihm dabei half, das „Proteinfaltungsproblem“ zu lösen, das ihn seit 50 Jahren beschäftigt, und dieses Problem brachte ihm schließlich den Nobelpreis für Chemie 2024 ein.

„Ich denke, dass wir in den nächsten 10 bis 20 Jahren vielleicht sogar alle Krankheiten besiegen können. Wir können diese Technologien nutzen, um die Umwelt zu verbessern und neue Energiequellen zu entwickeln“, sagte er.

Der „Vater von AlphaGo“ erwähnte auch das Potenzial Südkoreas, im Bereich der künstlichen Intelligenz führend zu werden.

„Südkorea hat bei der Herstellung von Chips für Roboter gute Leistungen erbracht und verfügt über eine starke industrielle Stärke sowie erstklassige Universitäten und Forschungseinrichtungen“, sagte er. „Ich denke also, dass Südkorea alle Voraussetzungen hat, um weltweit führend in der Technologie der künstlichen Intelligenz zu werden.“

Hassabis begann seinen Besuch in Südkorea am Montag mit einem Treffen mit dem südkoreanischen Präsidenten Lee Jae-myung und der Unterzeichnung einer Absichtserklärung über ein technisches Kooperationsprogramm mit dem südkoreanischen Ministerium für Wissenschaft und Technologie.

Die Führungskraft traf sich auch mit Leitern lokaler koreanischer Unternehmensgruppen, darunter der LG Group und der Hyundai Motor Group.