OpenAI erklärte kürzlich, dass sein neuestes allgemeines Argumentationsmodell unabhängig einen originellen mathematischen Beweis lieferte und damit eine ungelöste geometrische Vermutung des berühmten Mathematikers Paul Erdős aus dem Jahr 1946 widerlegte. OpenAI sagte, dass dies das erste Mal sei, dass künstliche Intelligenz ein bekanntes öffentliches Problem, das den Kern eines bestimmten Bereichs der Mathematik bildet, unabhängig gelöst habe, und viele an der Empfehlung beteiligte Mathematiker glauben auch, dass es sich diesmal nicht um einen Fehlalarm handele.

Es ist erwähnenswert, dass dies nicht das erste Mal ist, dass OpenAI eine hochkarätige Stellungnahme zum Thema „KI überwindet das Erdos-Problem“ abgibt. Vor etwa sieben Monaten postete Kevin Weil, der damalige Vizepräsident des Unternehmens, auf der sozialen Plattform „Aber bald wies jemand darauf hin, dass die sogenannte „Lösung“ des Modells tatsächlich bereits in der mathematischen Literatur existierte und GPT-5 nur anhand bestehender Ergebnisse „nachgeschlagen“ hat, anstatt tatsächlich eine neue Lösung zu entdecken. Unter dem Spott von Konkurrenten wie Demis Hassabis, CEO von Google DeepMind, und Yann LeCun löschte Weir schließlich den Beitrag, der als „übertrieben“ kritisiert wurde.

Vielleicht aufgrund dieser Erfahrung ist OpenAI in dieser Version offensichtlich vorsichtiger. Bei der Bekanntgabe der Ergebnisse veröffentlichte das Unternehmen ein von mehreren Mathematikern verfasstes „Supplementary Commentary“-Dokument, um zu demonstrieren, wie schlüssig es ist, diese geometrische Vermutung zu widerlegen. Zu diesen gemeinsamen Mathematikern gehören Noga Alon, Melanie Wood und Thomas Bloom. Bloom betreibt die Website „Erdos Problems“ und kritisierte Weirs Äußerungen in der vorherigen Kontroversenrunde als „eine sehr dramatische Irreführung“. Diesmal stellte er sich auf die Seite von OpenAI und unterstützte den neuen Beweis.

Laut OpenAI stammt dieses Ergebnis von einem allgemeinen Argumentationsmodell, nicht von einem mathematischen System, das speziell zur Lösung des Problems entwickelt wurde, noch handelt es sich um einen Algorithmus, der für dieses geometrische Problem „individuell trainiert“ wurde.

OpenAI ist davon überzeugt, dass die Bedeutung dieses Ergebnisses über die einzelne Aussage selbst hinausgeht und auch die Verbesserung der Fähigkeiten des aktuellen KI-Systems in den Bereichen „Long Chain Reasoning“ und „Cross-Domain Concept Connection“ widerspiegelt. Durch die Erforschung von Strukturmustern in komplexen Räumen, die menschliche Forscher noch nicht versucht oder systematisch erforscht haben, wird erwartet, dass solche Modelle zu neuen Entdeckungen in so unterschiedlichen Bereichen wie Biologie, Physik, Ingenieurwesen und Medizin führen. Mit anderen Worten: KI überprüft nicht mehr nur vorhandene Beweise oder durchsucht vorhandene Literatur, sondern beginnt, eine aktivere Rolle beim „Vorschlagen neuer Strukturen und Ideen“ zu spielen.

Bloom sagte in einer Erklärung, dass künstliche Intelligenz den Menschen dabei hilft, „die mathematische Kathedrale, die wir gemeinsam über Hunderte von Jahren gebaut haben, besser zu erkunden“. Er fragte: „Wie viele unsichtbare Wunder warten noch darauf, enthüllt zu werden?“ In einer Zeit, in der die Diskussion darüber, „ob KI wirklich originelle wissenschaftliche Entdeckungen machen kann“, noch nicht abgeklungen ist, könnte dieses Gegenbeispiel einer geometrischen Vermutung, das nach Überprüfung durch die mathematische Gemeinschaft genehmigt wurde, ein wichtiger Bezugspunkt für spätere Debatten werden.