Kürzlich hat die professionelle Bewertungsorganisation Digital Foundry einen speziellen Test auf der PlayStation 5 durchgeführt, um zu überprüfen, ob sie als Simulationsplattform für die Ausführung von RPCS3 (PS3-Emulator) verwendet werden kann. Testergebnisse zeigen, dass die Simulation des Cell-Prozessors immer noch der größte technische Engpass ist, die PS5-GPU jedoch in der Lage ist, einige PS3-Spiele in 4K- oder sogar 5K-Auflösung auszuführen.
Die Studie von Digital Foundry ist dieses Mal die simulierte Leistung nach der Installation des Linux-Systems auf PS5. Dinge, die in der Vergangenheit unmöglich waren – wie zum Beispiel das Ausführen alter Spiele auf einer neuen Konsole durch Emulation – sind dank der Entwicklung PC-seitiger Emulatoren jetzt auf PS5-Linux relativ einfach. Im Test wurde der nativ auf der PS5 laufende RPCS3-Emulator verwendet. Es ist zu beachten, dass es sich hierbei nicht um eine offiziell von Sony bereitgestellte Abwärtskompatibilitätsfunktion handelt und eine PS5-Konsole mit einer ausnutzbaren Firmware-Version erfordert.

Einige frühe Spiele aus der PS3-Ära haben auf PS5 großartige Grafikverbesserungen erhalten. Ridge Racer 7 und Resistance: Extinction konnten beispielsweise ihre ursprünglichen Leistungsziele beibehalten und gleichzeitig mit viel höheren internen Rendering-Auflösungen als die Originale ausgeführt werden. Darunter hat „Ridge Racer 7“ stabile 60 Bilder bei 4K-Auflösung und „Resistance: Extinction of Humanity“ erreichte ebenfalls eine 4K-Ausgabe, allerdings gibt es einige Probleme mit dem Bildrhythmus.

Besonders herausragend sind die Testergebnisse von „Skyward Sword“. Als die Originalversion des Spiels auf der PS3 mit 720p lief, fiel die Bildrate häufig unter 30 FPS. Digital Foundry hat das Spiel erfolgreich auf 30 Bilder bei einer Auflösung von 5120×2880 (ca. 5K) stabilisiert, und die Anzahl der Pixel hat sich im Vergleich zum ursprünglichen 720p um das ganze 16-fache erhöht.

Anders verhält es sich bei Spielen, die in späteren Phasen der PS3 mehr Konfiguration erfordern. Der Engpass in Grand Theft Auto 4 und Metal Gear Solid 4: Guns of the Patriots liegt eindeutig auf der Ebene der CPU-Simulation und nicht in einem Mangel an GPU-Leistung. Digital Foundry wies darauf hin, dass eine Erhöhung der Ausgabeauflösung auf 4K nahezu keine Auswirkungen auf die Bildrate haben wird, was zeigt, dass die SPU-Einheitssimulation des Cell-Prozessors derzeit das größte Leistungsdefizit darstellt.

Die Killzone- und Biker-Serien hatten gemischte Ergebnisse. Bei Killzone 2 treten schwerwiegende Probleme auf, wenn RPCS3 auf PS5 ausgeführt wird. Digital Foundry vermutet, dass dies auf den starken Einsatz von SPUs im Spiel für Animation, KI und Postproduktionseffekte zurückzuführen ist. Die Leistung von Killzone 3 hat sich verbessert, nachdem MLAA (morphologisches Anti-Aliasing) durch den RPCS3-Patch deaktiviert wurde. Das Spiel kann bei 4K oft 30 Bilder erreichen, einige Szenen fallen jedoch immer noch auf 20 Bilder ab.

Die Biker-Trilogie funktioniert besser. Das Original „Bike Storm“ kann mit 1440p und einem Ziel von 30 Frames laufen; „Bike Storm: Pacific Rift“ erreichte 4K 30 Frames; „Bike Storm: Apocalypse“ kommt dem ursprünglichen Ziel von 30 Frames nach Deaktivierung von MLAA grundsätzlich nahe.
Insgesamt reicht die GPU-Leistung der PS5 aus, um die Auflösung in einer Vielzahl von Spielen deutlich auf ein Niveau zu steigern, das weit über dem der ursprünglichen PS3 liegt. Allerdings ist die CPU der Zen-2-Architektur immer noch unzureichend für Projekte, die stark auf die SPU-Einheit des Cell-Prozessors angewiesen sind. Digital Foundry spekuliert, dass die echte Emulation der PS3 in voller Geschwindigkeit möglicherweise bis zur nächsten Konsolengeneration warten muss – vorausgesetzt, dass Linux bis dahin noch auf den neuen Konsolen installiert werden kann.