Da generative künstliche Intelligenz-Chips einen großen Teil der weltweiten Speicherproduktionskapazitäten verschlingen, hat Apple sukzessive Preiserhöhungen auf breiter Front für eine Reihe von Produkten angekündigt, was als Ergebnis angesehen wird, das „früher oder später eintreten wird“. Vor diesem Hintergrund geht es Apple nun nicht nur mehr um die Kosten, sondern auch darum, wie verhindert werden kann, dass Lieferungen von Kernprodukten wie iPhones aufgrund unzureichender DRAM-Versorgung blockiert werden. Dies erklärt auch die jüngste Lobbyarbeit des Unternehmens bei der US-Regierung, um die Erlaubnis zum Kauf von DRAM vom auf der schwarzen Liste stehenden chinesischen Speicherhersteller Changxin Memory zu erhalten.Analysten wiesen jedoch darauf hin, dass selbst wenn Apple CXMT als Zulieferer hinzufügt, die allgemeine Preis- und Angebotsspannung nicht grundlegend behoben wird. Das eigentliche Ziel besteht darin, das Risiko schwerwiegender Speicherengpässe in der Zukunft zu verringern.

Ming-Chi Kuo, ein Analyst von Tianfeng International Securities, sagte, dass die aktuelle DRAM-Angebots- und Nachfragelücke grundsätzlich „bestätigt“ sei und bis 2027 weiter zunehmen werde. Seiner Ansicht nach ist dies auch der wahre Grund, warum Apple beim Weißen Haus Lobbyarbeit betrieben hat, in der Hoffnung, dass CXMT nicht offiziell in die „Entitätsliste“ aufgenommen würde. Der Druck hat sich von steigenden reinen Speicherkosten zu einer größeren Angebots- und Nachfragelücke verlagert. Ming-Chi Kuo prognostiziert, dass aufgrund der DRAM-Knappheit die Gesamtlieferungen von Apples A20- und A20 Pro-Chips vom zweiten Halbjahr 2026 bis zum ersten Quartal 2027 im Vergleich zum ursprünglichen Plan um etwa 10–20 % zurückgehen werden.

In Bezug auf den Preis zitierte der Bericht Branchendaten, wonach Apple vor einigen Jahren nur etwa 39 US-Dollar für einen 12-GB-LPDDR5X-Speicherchip bezahlt habe, die aktuellen Kosten für Chips mit denselben Spezifikationen seien jedoch auf etwa 145 US-Dollar gestiegen, was einem Anstieg von mehr als 270 % entspricht. Gleichzeitig stieg auch der Kaufpreis für 256 GB Flash-Speicher von etwa 13 US-Dollar auf 51 US-Dollar, was einem Anstieg von fast 290 % entspricht. Dies zeigt, dass die Gesamtnotierung der Speicherindustriekette aufgrund der gestiegenen Nachfrage nach KI-Rechenleistung erheblich gestiegen ist. Analysten wiesen darauf hin, dass Apple Speicher und Flash-Speicher früher zu relativ geringen Kosten bezog, für Upgrades der Terminalkonfiguration jedoch einen hohen Aufpreis verlangte. Jetzt steht es vor einer Situation, in der auch die eigenen Beschaffungskosten stark gestiegen sind.

In einem solchen Angebots- und Nachfrageumfeld glauben einige, dass Apple durch die Einführung von CXMT in der Lage sein könnte, Preis- und Lieferprobleme bis zu einem gewissen Grad zu lindern, doch Ming-Chi Kuo vertritt eine andere Ansicht. Er glaubt, dass Apples Schritt eher darauf abzielt, die Redundanz zu erhöhen, wenn das Angebot an Speicherchips immer knapper wird, und das Risiko von „steckengebliebenen“ Lieferungen der iPhone 18-Serie zu verringern, wenn ein einzelner oder mehrere Lieferanten Probleme haben, als zu erwarten, dass sich das allgemeine Preis- und Produktionskapazitätsmuster des Marktes durch neue Partner umkehrt. Der Bericht wies darauf hin, dass dies auch der Grund sei, warum Apple angeblich seine Zusammenarbeit mit TSMC forciere und nach nur zwei Generationen vom aktuellen 2-nm-Prozess auf einen fortschrittlicheren 1,4-nm-Prozess umsteige, um eine stabilere Produktionskapazitätszuteilung für High-End-Chips zu gewährleisten.

Darüber hinaus erwähnte Ming-Chi Kuo auch die Auswirkungen der Personalveränderungen bei Apple auf das aktuelle komplexe Lieferkettenumfeld. Er glaubt, dass der derzeitige CEO Tim Cook über umfassende Erfahrung im Umgang mit den Beziehungen zwischen den USA und China und globalen Lieferkettenspielen verfügt und besser geeignet ist, mit der aktuellen Verflechtung von Lagerangebot und -nachfrage sowie der Geopolitik umzugehen. Im Gegensatz dazu verfügt John Ternus, der künftig die Geschäftsführung übernehmen wird, möglicherweise nicht über ausreichende Erfahrung in den Beziehungen zwischen den USA und China und in politischen Spielen. Wenn wichtige Lieferkettenlayouts wie CXMT während Cooks Amtszeit nicht fertiggestellt und stabilisiert werden, könnte Apple wichtige Speicherquellen verpassen.

Auf dem globalen DRAM-Markt dominieren Samsung Electronics und SK Hynix nach wie vor die Branche. Die beiden Unternehmen verfügen bei High-End-Speicherprodukten über offensichtliche Technologie- und Produktionskapazitätsvorteile. Da KI-Chip-Kunden zur Hauptgewinnquelle für Speicherhersteller geworden sind, neigen verbundene Unternehmen eher dazu, sich im Hinblick auf Ressourceninvestitionen und Kapazitätsplanung auf Rechenzentren und Anwendungen mit hoher Rechenleistung zu konzentrieren, als auf traditionelle Endgeräte wie Smartphones. Das bedeutet auch: Auch wenn Apple versucht, Risiken durch neue Lieferanten zu diversifizieren, wird sich der weltweite Trend der Speicherversorgung hin zu KI-Kunden kurzfristig nicht grundlegend ändern.

Laut Analysten handelt es sich bei Apples aktuellem Lobbying und den Verhandlungen rund um CXMT um eine „Verteidigungsstrategie“ angesichts struktureller Engpässe auf dem globalen Speichermarkt und langfristig hoher Preise. Auch wenn Apple die Beschaffungskosten nicht sofort senken oder den Widerspruch zwischen Marktangebot und -nachfrage völlig ignorieren kann, hofft Apple durch die Hinzufügung eines Speicherversorgungskanals von chinesischen Herstellern dennoch, das systemische Risiko von Lieferbeschränkungen für Schlüsselprodukte wie das iPhone aufgrund von DRAM-Versorgungsengpässen in den nächsten Jahren zu minimieren.