Der US-amerikanische Markt für Personalcomputer (PC) beschleunigt seinen Niedergang, da die explosionsartige Nachfrage im Bereich der künstlichen Intelligenz (KI) weiterhin Druck auf die globalen Lieferketten ausübt. Der jüngste Bericht der Forschungsorganisation Omdia zeigt, dass die PC-Lieferungen in den USA im ersten Quartal 2026 im Jahresvergleich stark um 7 % zurückgegangen sind, wobei die Gesamtlieferungen voraussichtlich 15,8 Millionen Einheiten betragen werden. Diese Daten markieren den schlimmsten jährlichen Rückgang für den US-amerikanischen PC-Markt seit dem dritten Quartal 2023.

Der Bericht wies darauf hin, dass der Hauptgrund für den Marktrückgang in diesem Quartal der Kaskadeneffekt des KI-Booms sei. Derzeit investieren große Technologiegiganten und KI-Unternehmen stark in die Computerinfrastruktur, die die Produktionskapazität der Halbleiterlieferkette stark beansprucht hat, was dazu führt, dass die Preise für Speicherchips (Speicher und Flash-Speicher) weiter steigen. Angesichts der steigenden Komponentenkosten müssen PC-Hersteller die Verkaufspreise für Endgeräte erhöhen, um den Kostendruck an die Verbraucher weiterzugeben, was den Wunsch der Öffentlichkeit, Autos zu kaufen und ihre Telefone zu ersetzen, erheblich hemmt. Davon waren PCs der Einstiegsklasse (Preise unter 500 US-Dollar) am stärksten betroffen, die ursprünglich geringe Gewinne erzielten und deren Auslieferungen in diesem Quartal im Jahresvergleich um 18,7 % einbrachen.
In Bezug auf die Marktsegmente wies Scott Braverman, Senior-Analyst bei Omdia, darauf hin, dass der Rückgang auf dem Consumer-PC-Markt mit einem Rückgang von 9,5 % gegenüber dem Vorjahr im ersten Quartal besonders deutlich sei. Im Gegensatz dazu entwickelte sich der Markt für kommerzielle PCs mit einem Rückgang von „nur“ 5 % gegenüber dem Vorjahr etwas robuster. Dies war hauptsächlich auf den noch nicht abgeschlossenen Windows 11-Upgrade-Zyklus der Unternehmen und den frühen Lageraufbau einiger Unternehmen in Erwartung weiterer Preiserhöhungen zurückzuführen. Auch in den Sektoren öffentliches Beschaffungswesen und Bildungswesen, die starken Budgetbeschränkungen unterliegen, ist der Rückgang der Lieferungen hoch. Es wird erwartet, dass dieser Druck das ganze Jahr über anhält und möglicherweise erst 2027 zu einer deutlichen Erholung führt.

Die heftigen Schwankungen in der Marktstruktur haben auch das ursprüngliche Markenranking zerstört. Aufgrund des turbulenten Preisumfelds und des Lieferkettendrucks musste HP, das lange Zeit die Nummer 1 im US-Markt war, im ersten Quartal einen Rückschlag hinnehmen. Seine Lieferungen gingen im Jahresvergleich um 21,6 % zurück, und sein Marktanteil schrumpfte auf 20,5 % und verlor seine Dominanz. Dell hingegen konnte mit einem Wachstum von 1,1 % gegen den Trend antreten und HP mit einem Marktanteil von 25 % erfolgreich überholen und sich damit die Spitzenposition im US-amerikanischen PC-Markt sichern. Auch der chinesische Hersteller Lenovo erzielte ein leichtes Wachstum von 1,2 % und belegte mit einem Marktanteil von 20 % den dritten Platz. Darüber hinaus verzeichneten Apple und Acer Auslieferungsrückgänge von 1,6 % bzw. 5,4 %. Die Analyse betont, dass mit dem Schrumpfen des Gesamtmarktes das Umfeld für kleine OEMs bei der Aushandlung von Preisen für die Teilebeschaffung immer schwieriger wird. Omdia hat angesichts der aktuellen Kostenkrise die Preise gesenkt