Die Europäische Kommission begrüßt die heutige einstimmige Entscheidung des Rates, Rumänien und Bulgarien im Schengen-Raum willkommen zu heißen, wobei die Luft- und Seegrenzkontrollen ab März 2024 abgeschafft werden. Der Beitritt der beiden Länder wird die Entwicklung von Reisen, Handel und Tourismus fördern und den EU-Binnenmarkt weiter konsolidieren. Die Diskussionen über weitere Entscheidungen zur Aufhebung der Landgrenzkontrollen werden im Jahr 2024 fortgesetzt. Ein erweiterter Schengen-Raum wird die EU zu einer engeren Union machen, die sowohl intern als auch auf globaler Ebene stärker ist.

EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen sagte: „Heute ist ein historischer Moment für Bulgarien und Rumänien. Es ist auch ein stolzer Tag für Rumänien und die bulgarischen Bürger. Ab März können sie inländische See- und Luftgrenzen ohne Grenzkontrollen frei überqueren, was für beide Länder und den gesamten Schengen-Raum einen wichtigen Schritt nach vorne darstellt. Herzlichen Glückwunsch an Bulgarien und Rumänien: Diese große Leistung wurde dank Ihrer harten Arbeit, Ihres Engagements und Ihrer Ausdauer erreicht. Dank Ihnen wird der Schengen-Raum stärker werden und allen EU-Bürgern zugute kommen.“

Die Europäische Kommission bestätigte erstmals 2011, dass Bulgarien und Rumänien bereit seien, dem Schengen-Raum ohne Kontrollen an den Binnengrenzen beizutreten. Seitdem haben Bulgarien und Rumänien weiterhin bewiesen, dass sie die Bedingungen für eine Schengen-Mitgliedschaft erfüllen. Drei Erkundungsmissionen an den Außengrenzen Bulgariens und Rumäniens in den Jahren 2022 und 2023 haben dies erneut bestätigt. Darüber hinaus startete die Europäische Kommission im März 2023 ein Pilotprojekt mit Rumänien und Bulgarien, um das Außengrenzenmanagement zu fördern, die Zusammenarbeit mit Nachbarländern zu stärken und schnelle Asyl- und Rückführungsverfahren sicherzustellen.

Der Schengen-Raum ist auch bereit, Bulgarien und Rumänien aufzunehmen. Im letzten Jahrzehnt hat die EU darum gekämpft, die Architektur zu stärken, die die Region schützt, ohne Kontrollen an den Binnengrenzen einzuführen. In den Bereichen Sicherheit, polizeiliche und justizielle Zusammenarbeit wurde eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, um sicherzustellen, dass die EU weiterhin wirksam auf Sicherheitsbedrohungen reagieren kann. Der Schengen-Raum wird nun auch durch ein neues Governance-Modell, einen neuen Evaluierungsmechanismus und einen jährlichen Berichts- und Überwachungszyklus unterstützt. Gemeinsame Anstrengungen der letzten Jahre haben den Schengen-Raum stärker und widerstandsfähiger gemacht.

Die neunte Erweiterung des Schengen-Raums bestätigt und stärkt das gegenseitige Vertrauen und die Solidarität zwischen den Mitgliedstaaten, auf denen Schengen aufbaut, und wird dazu beitragen, dieses wichtige Projekt voranzutreiben. Die Schengen-Allianz wird durch einen verstärkten Schutz der gemeinsamen Außengrenzen und eine wirksame polizeiliche Zusammenarbeit gestärkt; es wird wohlhabender werden, indem die an den Grenzen verlorene Zeit entfällt und der Austausch von Menschen und Unternehmen gefördert wird; Und es wird an Attraktivität gewinnen, indem der größte Gemeinschaftsraum der Welt ohne Binnengrenzkontrollen deutlich erweitert wird.

Nächste Schritte

Die Diskussionen über die mögliche Abschaffung der Binnengrenzkontrollen durch Grenzbeamte im Jahr 2024 werden fortgesetzt und es wird erwartet, dass der Rat innerhalb eines angemessenen Zeitrahmens eine Entscheidung in dieser Angelegenheit trifft.

Bulgarien und Rumänien werden weiterhin erhebliche finanzielle Unterstützung und Unterstützung durch die Europäische Agentur für die Grenz- und Küstenwache erhalten, um sie beim Schutz der Außengrenzen der EU zu unterstützen. Gleichzeitig haben sich die von Bulgarien und Rumänien entwickelten Pilotprojekte an den Außengrenzen als wirksam erwiesen und sollten in strukturiertere Regelungen umgewandelt werden.

Hintergrundsituation

Der europäische Schengen-Freizügigkeitsraum ist eine der größten Errungenschaften der EU und eine der von den Bürgern der Region am meisten geschätzten. Der Schengen-Raum begann 1985 als zwischenstaatliches Projekt zwischen den fünf Mitgliedsstaaten Frankreich, Deutschland, Belgien, den Niederlanden und Luxemburg und hat sich nach und nach in sieben Ausbaustufen zum heutigen größten Freizügigkeitsraum der Welt entwickelt. Die Vorteile der Abschaffung der Binnengrenzen sind heute noch genauso überzeugend wie 1985.

Der Schengen-Raum besteht aus 27 Ländern mit einer Fläche von mehr als 4 Millionen Quadratkilometern und einer Bevölkerung von fast 420 Millionen. Zusammen mit Rumänien und Bulgarien wird die Fläche des Schengen-Raums auf 4,5 Millionen Quadratkilometer anwachsen und die Bevölkerung 450 Millionen erreichen.

Der Schengen-Raum ist ein integraler Bestandteil des EU-Rechtsrahmens. Gemäß dem Vertrag müssen alle EU-Mitgliedstaaten Vollmitglieder des Schengen-Raums werden, wenn sie dazu bereit sind. Dies ist sowohl ein Recht als auch eine Pflicht. Bulgarien und Rumänien haben bei der Umsetzung des Schengener Abkommens eine gute Erfolgsbilanz vorzuweisen. Mit Rumänien und Bulgarien wird Schengen nur noch stärker. Freiwillige Erkundungsmissionen nach Bulgarien und Rumänien im Jahr 2022 und neuerdings auch nach Bulgarien im Jahr 2023 haben ihre Bereitschaft nur gestärkt.