Eine aktuelle Studie deckt die Mängel von Computersimulationen auf, die zur Formulierung der Energiepolitik eingesetzt werden, und hebt insbesondere deren unzuverlässige Annahmen und mangelnde Transparenz hervor.Die Studie bewertet ein Schlüsselmodell aus den 1980er Jahren und verdeutlicht die Notwendigkeit effektiverer Simulationsmethoden wie „Sensitivitätsaudits“, um Genauigkeit und Entscheidungsfindung zu verbessern. Dr. Samuele LoPiano betonte, dass diese Einschränkungen anerkannt werden müssen, um die demokratische Debatte und Entscheidungsfindung in der Energiepolitik zu stärken.
Der weitverbreitete Einsatz der Kernenergie, der bereits vor mehr als vier Jahrzehnten durch Computersimulationen vorhergesagt wurde, steht in krassem Gegensatz zur aktuellen Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen. Eine aktuelle Studie zeigte, dass dieser Unterschied die Notwendigkeit verdeutlicht, diese Simulationen zu stärken.
Um die Wirksamkeit der aktuellen Energiepolitik zu beurteilen, griffen die Forscher auf ein einflussreiches Modell aus den 1980er Jahren zurück. Das Modell prognostiziert einen deutlichen Anstieg der Kernenergienutzung. Die Energiepolitik bestimmt die Produktion und Nutzung von Energie, mit tiefgreifenden Folgen für Beschäftigung, Ausgaben, Klima und Sicherheit. Diese Richtlinien werden durch Simulationen oder mathematische Modelle entwickelt, die Elemente wie Strombedarf und Technologiekosten vorhersagen. Allerdings weichen diese Vorhersagen manchmal völlig vom Ziel ab.
Das Team fand unzuverlässige Annahmen in Simulationen, die die Energiepolitik beeinflussen, und forderte mehr Transparenz über deren Grenzen, so die Ergebnisse, die kürzlich in der Fachzeitschrift Risk Analysis veröffentlicht wurden. Um dieses Problem anzugehen, schlagen sie neue Möglichkeiten vor, Simulationsergebnisse zu testen und offen über ihre Unsicherheiten zu sprechen. Dazu gehören Methoden wie „Sensitivitätsaudits“, die Modellannahmen bewerten. Ziel ist es, die Modellierung zu verbessern und die Entscheidungsfindung zu öffnen.
Der leitende Forscher Dr. Samuele LoPiano von der University of Reading sagte: „Energiepolitik betrifft jeden, daher ist es besorgniserregend, wenn Entscheidungen nur auf wenigen Modellen beruhen, ohne deren Grenzen zu hinterfragen. Indem wir Annahmen hinterfragen und erkunden, was wir nicht wissen, können wir bessere Entscheidungen treffen. Wir müssen akzeptieren, dass kein Modell die Zukunft perfekt vorhersagen kann. Aber indem wir uns den Grenzen von Modellen stellen, wird die demokratische Debatte über Energiepolitik verbessert.“
Referenz: „Interpreting the Modeling Process of Energy Policy Development“ von Samuele LoPiano, Máté János Lőrincz, Arnald Puy, Steve Pye, Andrea Saltelli, Stefán Thor Smith und Jeroen van der Sluijs, 14. November 2023, Risikoanalyse.
DOI:10.1111/risa.14248
Zusammengestellte Quelle: ScitechDaily