Chinas lokaler Chiphersteller Loongson hat in den letzten Jahren die kommerzielle Umsetzung seines selbst entwickelten Befehlssatzes LoongArch weiter vorangetrieben. Diese neue Architektur wird seit 2020 entworfen und gilt als wichtiger Versuch Chinas, sich von der externen Abhängigkeit im Prozessorbereich zu befreien. Kürzlich führte die bekannte Technologie-Website Phoronix einen systematischen Test des neuesten 3B6000-Prozessors von Loongson durch. Dieser Chip verfügt über ein 12-Kern-Design und unterstützt gleichzeitiges SMT2-Multithreading mit 24 Threads. Was den Speicher betrifft, ist es mit einem DDR4-Controller ausgestattet, der bis zu 3200 MT/s unterstützt, und verfügt außerdem über eine ECC-Fehlerkorrekturfunktion.

Hinsichtlich der Leistung besteht immer noch eine deutliche Lücke zwischen 3B6000 und internationalen Mainstream-Desktop-Plattformen. Durch die Kombination einer Reihe von Benchmark-Tests beträgt die Gesamtpunktzahl etwa ein Drittel der des AMD Ryzen 5 9600X, die Leistung ist jedoch etwa 2,5-mal höher als die des Raspberry Pi 500+. Seine Leistung ist zwischen leistungsstarken Einplatinencomputern und Desktop-Prozessorplattformen der Einstiegsklasse angesiedelt. Dies bedeutet, dass der 3B6000 in leichten Büro-, einfachen Multitasking- und einigen professionellen Anwendungsszenarien bereits über eine gewisse Benutzerfreundlichkeit verfügt, jedoch immer noch mehrere Generationen hinter leistungsstarken Allzweck-Desktop-CPUs zurückbleibt.

Bei diesem Test wurde die offiziell bereitgestellte Evaluierungsplatinenplattform 3B6000x1-7A2000x1-EVB verwendet. Der gesamte Designstil ist eher „old-school“ als bei aktuellen Mainstream-Motherboards und in Bezug auf Komponentenauswahl und Chipsatz-Kühllösungen ist es nicht so radikal wie die Produkte der neuen Generation. Was die Erweiterungsmöglichkeiten betrifft, bietet die Plattform zwei PCIe x16-Steckplätze, einen PCIe x4-Steckplatz, eine M.2-Schnittstelle und vier SATA-Schnittstellen. Die integrierte Grafikkarte unterstützt HDMI- und VGA-Dual-Ausgang und deckt damit im Wesentlichen die gängigen Anforderungen an Anzeige und Erweiterung in Büro- und Industrieanwendungen ab.

Aus architektonischer Sicht gilt LoongArch64 als wichtiger Dreh- und Angelpunkt für Chinas selbstgebautes unabhängiges Befehlssatzsystem. Eines seiner Designziele besteht darin, eine besser kontrollierbare und anpassbare Hardware-Grundlage für Sicherheitsfunktionen und branchenspezifische Lasten bereitzustellen. Dieser Benchmark-Test zeigt jedoch auch deutlich, dass die LoongArch-Plattform im Vergleich zu ausgereiften x86-64-Herstellern wie AMD und Intel in vielen Aspekten wie der Ausführungseffizienz der Mikroarchitektur, der ökologischen Optimierung und der Prozesstechnologie immer noch hinterherhinkt. Es muss in mehreren Generationen von Produktiterationen exponentielle Leistungsverbesserungen erzielen, bevor es in Bezug auf die allgemeine Rechenleistung an das westliche Mainstream-CPU-Lager herankommen kann.